Das Wildschwein

Wildschweine werden in der Jägersprache Schwarzwild oder Sauen genannt. Keiler sind männliche Wildschweine, ab dem fünften Lebensjahr werden sie auch als Basse oder Hauptschwein bezeichnet. Die weibliche Wildsau wird Bache genannt, die Jungtiere heißen Frischlinge, jedoch nur vom Tag ihrer Geburt bis zum darauf folgenden 31. März. Nach dem 31. März sind Jungtiere sogenannte Überläufer, hier beginnt auch die Geschlechteraufteilung in Überläuferbache und Überläuferkeiler. Die im Oberkiefer befindlichen Eckzähne des Keilers heißen Haderer. Die Eckzähne im Unterkiefer nennt man Gewehre. Die Eckzähne als solche heißen Gewaff.

Die Wildschweinjagd – eine gefährliche Angelegenheit

Die Jagd auf Wildschweine ist gefährlich. Keiler sind dank ihrer langen Eckzähne ausgesprochen wehrhaft. Ein verwundetes Tier greift auch Menschen an und kann ihm durchaus tödliche Verletzungen beibringen. Die Jagd auf Wildschweine galt von jeher als außerordentliche Mutprobe.

An den früheren Fürstenhöfen wurden große Meuten von Jagdhunden gehalten, mit denen man auf die Hetzjagd nach Wildschweinen ging. Die kostbaren Hunde, die auch Saupacker oder Sauhunde hießen, wurden durch Halsbänder und Brustpanzerungen vor den gefährlichen Attacken der Wildschweine geschützt. Bei diesen Sauhatzen trieben die Jagdhunde die Wildschweine auf die Jäger zu und wurden von diesen mit der Saufeder (einem Spieß) erlegt.

Seit der voranschreitenden Entwicklung der Schusswaffen hat sich die Gefährlichkeit der Wildschweinjagd vermindert. Die Jagdwaffe erlaubt es, ein Wildschwein auf Distanz zu erlegen. Die direkte Konfrontation, nur mit der Saufeder bewaffnet, bleibt aus.

Die Wildschweinpopulation

Die Jagdeinschränkungen auf Wildschweine wurden im 18. Jahrhundert aufgehoben, Daher war bereits Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die Population der Tiere stark zurückgegangen. Zur neuerlichen Ausbreitung hat beigetragen, dass in den Nachkriegsjahren, die Erlaubnis zur Jagd von Wildschweinen nur begrenzt erteilt wurde.