Wie lernt ein Hund?

Hunde lernen ein Leben lang – unabhängig von der Rasse. Es gibt jedoch Unterschiede in der Art der Vorlieben und Interessen. Nicht jeder Hund hat Freude am Fährtenlesen, für den einen ist ein Leckerchen die höchste Belohnung, weniger gefräßige Hunde werden sich lieber mit einem Spielzeug belohnen lassen.

Der wichtige Faktor dabei sind Sie. Sie sollten mit Freude und Spaß an die Ausbildung Ihres Hundes gehen, es wird vermutlich nichts werden, wenn Sie mit schlechter Stimmung und völlig genervt an die Ausbildung Ihres Hundes herangehen. Hunde haben ausgesprochen feine Antennen für die Gefühlsebene ihrer Menschen, sie sind es gewohnt, sich darauf einzustimmen. Ist der Mensch gestresst, wird der Hund sich unsicher oder gar ängstlich verhalten.

Grundlegende Erkenntnisse über das Lernverhalten von Hunden

Grundlegende Kenntnisse über das Lernverhalten von Hunden verdanken wir Iwan Pawlow. Mit seinen Experimenten hat er die Konditionierung von Hunden erforscht und genau belegt. Er entdeckte die angeborene Reaktion der Hunde auf einen dargebotenen Reiz. Die angeborene Reaktion, zum Beispiel Speichelsekretion beim Geruch von Futter, verknüpfte er mit weiteren Reizen, wie etwa einem Klingeln. Bei wiederholtem Darbieten von Futter und Klingeln reagierten Hunde bereits auf das Klingeln mit Speichelsekretion.

Weitere Forschungen

Diese Grundlagen nutzte Frederic Burhus Skinner für die weitere Erforschung des Verhaltens von Hunden. Mit Experimenten in der „Skinner Box“ entdeckte er, dass sich das Verhalten von Hunden mithilfe von Belohnung ausformen lässt. Dieses operante Konditionieren ist heute in der Hundeerziehung die gebräuchlichste Form.

Operantes Konditionieren bedeutet: Ausbildung mit Hilfe von Verstärkern. Jedes Mal, wenn der Hund etwas richtig macht, bekommt er eine positive Verstärkung in Form eines Leckerchens oder er wird freudig und ausgiebig gelobt. Die Belohnung muss unmittelbar erfolgen, denn Hunde verknüpfen schnell. Der Grund für das Leckerchen, das erst zehn Minuten nach dem Ereignis gegeben wird, ist für den Hund nicht nachvollziehbar. Ebenso verhält es sich mit der Bestrafung: Das Schimpfen drei Stunden, nachdem ein Hund etwas angestellt hat, ist für diesen völlig unverständlich, er weiß nicht, wofür er getadelt wird.