Im Gegensatz zu den Rehen ist die Benennung bei Hirschen nicht so eindeutig. Weibliche Hirsche werden meist als Hirschkuh, männliche manchmal als Bulle bezeichnet, die Jungtiere heißen Hirschkälber.
Hirsche waren den Menschen schon seit der Frühzeit als Jagdwild von großem Nutzen. Der Hirsch lieferte ein wärmendes Fell für den Winter, schmackhaftes Fleisch und aus dem Gehörn wurde allerlei alltagstaugliches Gerät hergestellt. Eine Hirschart, das Ren, wurde sogar domestiziert und dient als Milch- und Fleischlieferant.
Verbreitung und Lebensraum der Hirsche
Das Reh ist die am weitesten verbreitete Hirschart in Europa, der Damhirsch ist ebenfalls In Nord- und Mitteleuropa heimisch. Hirsche finden sich auf allen Kontinenten, ursprünglich in Afrika, Eurasien und Amerika vorkommend, wurden sie vom Menschen auch in Australien und in der Karibik angesiedelt.
Hirsche sind Anpassungskünstler, sie leben in Wäldern, in Wüsten, Steppen und in der Tundra. Trotz dieses großen Verbreitungsgebietes der Hirsche ist die Art bedroht, einerseits durch die Jagd und andererseits durch die Verschlechterung der Bedingungen innerhalb ihres Lebensraums. Einige Arten existieren nur noch dank der intensiven Nachzucht in Gehegen und Tiergärten.
Achtender, Zehnender oder Zwölfender
Die begehrte Jagdtrophäe, das Hirschgeweih, hat viel dazu beigetragen, dass einige Hirscharten zu verschwinden drohen. Die ersten Geweihe sind noch einfache Spieße, die aus der Schädeldecke wachsen, die darauf folgenden Geweihe tragen bereits Sprossen, Enden oder Verbreiterungen. Die Anzahl der Sprossen nimmt jährlich zu, bis die Höchstzahl einer Art erreicht ist. In der Jägersprache wird der Hirsch nach der Anzahl seiner Sprossen benannt, also etwa Achtender, Zehnender oder Zwölfender.
Während sich die Hirsche in tropischen Breiten ganzjährig fortpflanzen, gibt es in unseren Breiten feste Brunft- und Paarungszeiten. Nach etwa sechs bis neun Monaten bringen die Hirschkühe ein bis zwei Junge zur Welt. Mehr Kitze bei einer Geburt sind eher selten.